Alexandra von Rehlingen (SvR PR), Ulf Poschard (Chefred. WELT u. WamS und Sprecher GL WELT) und Kristina Tröger (CeU-Präsidentin)

Das Hotel Vier Jahreszeiten wurde wieder einmal Zeuge eines denkwürdigen Abends des Clubs europäischer Unternehmerinnen.

Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für Freiheit und die soziale und freie Marktwirtschaft im Sinne Ludwig Erhards positionierte sich Dr. Ulf Poschardt, Chefredakteur und Sprecher der Geschäftsführung WELT und WELT AM SONNTAG, auf Einladung von Kristina Tröger, Initiatorin und Präsidentin des Clubs europäischer Unternehmerinnen (CeU), vor den über 100 versammelten Ladies des Clubs.

Poschardt, der selbst keinen Diskurs scheut, appellierte an das Bürgertum und die Unternehmerschaft in Deutschland, sich aktiv in die öffentliche Debatte einzubringen, denn deren Meinungen seien in der öffentlichen Diskussion unterrepräsentiert. Nach seiner Überzeugung ist es die „Pflicht des Liberalen, des Demokraten in jede Diskussion zu gehen“, und für seine Überzeugungen zu kämpfen sowie mit der Meinung Andersdenkender auseinanderzusetzen. Nach seiner Überzeugung hat die Freiheit derzeit „keinen Anwalt in Deutschland“. Er schilderte eine Situation, die durch die Medien ging, und durch die bei ihm ein Umdenken eingesetzt hätte: Im Mai 2020 seien fünf Kinder im Hamburger Jenischpark von der Polizei wie Schwerstverbrecher gejagt worden, weil sie sich entgegen der Coronavorgaben versammelt hätten, dabei sei ein Kind fast überfahren worden. Seitdem habe Poschardt den „Glauben verloren an das Fundament, dass wir freiheitlich sind, dass wir immun sind gegen solchen Staatswahnsinn.“ „Seitdem gucke ich genauer hin bei denjenigen, die von Freiheit reden. Und ich glaube denen inzwischen gar nichts mehr.“ „Wenn Bürgerlichkeit bedeutet“, einen hohen Grad „an Eigenverantwortung und Selbstbestimmung“ leben zu wollen, dann sei dies „in Frage gestellt“, denn überall werde die Freiheit des Einzelnen „in Frage gestellt“, zum Beispiel die „Art zu sprechen, Art zu essen, Art zu reisen“ und vieles mehr. Aus diesem Grund sind für ihn als wesentliche Treiber dieser Entwicklung „die Grünen eine zutiefst illiberale Partei“. Zudem sieht Poschardt in den Medien eine mangelnde Vielfalt und kritisiert diesbzgl. insbesondere den mit Gebührengelder ermöglichten öffentlich-rechtlichen Rundfunk: „Das ist weltanschaulich von einer Klarheit und Schlichtheit, das ist schockierend.“ Zum Teil stelle er fest, „ein Reporter ist von einem Aktivisten nicht zu unterscheiden“. Und für Deutschland als Akteur auf der internationalen Bühne gelte: „Als moralische Supermacht braucht uns niemand. Wenn wir mitreden wollen, müssen wir wirtschaftlich stark sein.“ Daran mangele es aber auch immer mehr, da wir viele Weichen falsch stellen würden. Er zitierte Peter Thiel, der gesagt habe, dass er in Deutschland nicht investieren würde, da hier „keine „Work-Life-Balance“ vorherrsche, sondern eine „Work-Life-Life-Balance“. Und da gerieten wir im Vergleich mit anderen Regionen der Welt immer mehr ins Hintertreffen. „Wir müssen agil wachsen, und davon sind wir Lichtjahre entfernt“ kritisierte Poschardt genauso wie „neues Leadership“, das „heißt, anderen alles hinterher zu plappern“ statt „zu widersprechen“.  „Die großen Innovatoren unserer Zeit sind anders“ und bereit, anders zu denken.

Es entwickelte sich eine angeregte Diskussion zwischen Ulf Poschardt und den anwesenden Gästen der Veranstaltung, bei der ein Grundtenor vorherrschte: Es ist wichtig, sich mit allen möglichen Meinungsträgern in den Diskurs zu begeben und über unterschiedliche Ansichten offen und streitbar zu diskutieren, weil das ein wesentliches Element jeder Demokratie und jedes mündigen Bürgers ist. Ein spannender und denkwürdiger Abend für den Club europäischer Unternehmerinnen!

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