Wiebke Kropp-Büttner HHLA Sky, Sven Steingräber Argus Interception, Oberstleutnant Jörn Plischke, Kristina Tröger CeU-Präsidentin, Marina Tcharnetsky CENCO.AI, Alois Krtil ARIC


Zoe Andreae LECARE, Kristina Tröger CeU-Präsidentin, Marina Tcharnetsky CENECO.AI

Auf Einladung von Club-Präsidentin und Initiatorin Kristina Tröger veranstaltete der Club europäischer Unternehmerinnen gemeinsam mit dem Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC) eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Zwischen ziviler Anwendung und sicherheitspolitischer Relevanz: Drohnen als Schlüsseltechnologie“. Veranstaltungsort war das ARIC im ikonischen Dockland-Gebäude am Hamburger Hafen: ein passender Rahmen für einen Abend, der technologische Zukunftsfragen, wirtschaftliche Chancen und sicherheitspolitische Herausforderungen zusammenführte.

Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Bedeutung Drohnen heute bereits für Wirtschaft, Infrastruktur, Sicherheit und Gesellschaft haben und was Deutschland und Europa tun müssen, um bei dieser Schlüsseltechnologie nicht nur Anwender, sondern Gestalter und Anbieter souveräner Lösungen zu sein.

Nach der Begrüßung durch Kristina Tröger, Präsidentin und Initiatorin des CeU, gab Alois Krtil, CEO des ARIC, einen Impuls zur Entwicklung von digitaler KI hin zu physischer KI. Damit wurde deutlich, dass Künstliche Intelligenz längst nicht mehr nur in digitalen Anwendungen wirkt, sondern zunehmend über autonome und vernetzte Systeme in der physischen Welt ankommt. Drohnen sind hierfür ein besonders anschauliches Beispiel.

Die anschließende Paneldiskussion wurde von Marina Tcharnetsky, Vizepräsidentin des CeU und Ambassador des ARIC, moderiert. Auf dem Podium diskutierten Alois Krtil, Wiebke Kropp-Büttner, Managing Director von HHLA Sky, Oberstleutnant Jörn Frederick Plischke, Chef des Stabes des Landeskommando Hamburg der Bundeswehr, sowie Sven Steingräber, Co-Founder und CSO des Drohnen-Startups Argus Interception GmbH.

Im Fokus standen zivile Anwendungen ebenso wie sicherheitspolitische Relevanz. Drohnen können in Logistik, Hafenwirtschaft, Infrastrukturwartung, Katastrophenschutz, Umweltmonitoring und vielen weiteren Bereichen eingesetzt werden. Sie ermöglichen schnelle Lagebilder, erleichtern Inspektionen schwer zugänglicher Orte, erhöhen die Sicherheit von Mitarbeitenden und schaffen neue Möglichkeiten für effiziente, datenbasierte Prozesse.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass dieselbe Technologie auch erhebliche sicherheitspolitische Fragen aufwirft. Kleine, kostengünstige und leicht verfügbare Drohnen können große Wirkung entfalten. Damit rücken Fragen der Erkennung, Bewertung und Abwehr unkooperativer Drohnen ebenso in den Vordergrund wie der Schutz kritischer Infrastruktur, die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Wirtschaft und Technologieanbietern sowie die Rolle von Drohnen für die eigene Nutzung in Bevölkerungsschutz und Verteidigung.

Ein zentraler Diskussionspunkt war die Regulierung. Moderne Technologien entwickeln sich mit hoher Geschwindigkeit. Damit Unternehmen, Start-ups und öffentliche Stellen Drohnenlösungen sicher, wirtschaftlich und verantwortungsvoll in die Anwendung bringen können, braucht es Rahmenbedingungen, die Innovation ermöglichen, ohne Sicherheit zu vernachlässigen. Genehmigungsprozesse, Testfelder, Beschaffung, Finanzierung und klare Zuständigkeiten wurden dabei als entscheidende Faktoren benannt.

Die Debatte zeigte eindrücklich: Drohnen sind nicht nur ein Technikthema. Sie sind ein Standort-, Wettbewerbs- und Souveränitätsthema für Deutschland und Europa. Wer Technologieführerschaft entwickeln und skalieren will, muss Forschung, KI-Kompetenz, Ingenieurskunst, industrielle Anwendung, Regulierung und sicherheitspolitisches Verständnis zusammendenken.

Das große Interesse der zahlreichen CeU-Unternehmerinnen zeigte sich in vielen Rückfragen und einer lebendigen Diskussion. Der Abend bot einen breiten Überblick von zivilen Anwendungen und wirtschaftlichen Chancen über KI und autonome Systeme bis hin zu Bevölkerungsschutz, kritischer Infrastruktur und Verteidigung.

Das Fazit des Abends: Drohnen müssen differenziert betrachtet werden, mit klarem Blick auf Risiken, aber gerade auch auf ihre großen Chancen für Wirtschaft, Sicherheit und Gesellschaft. Nur wer Schlüsseltechnologien versteht, kann sie verantwortungsvoll bewerten und aktiv gestalten.

Bei großartigem Blick über den Hamburger Hafen, kleinen Köstlichkeiten und Getränken klang der Abend in anregenden Gesprächen stimmungsvoll aus.

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