Julia Becker Verlegerin Funke Medien, Kristina Tröger CeU-Präsidentin, Natalia Wörner Schauspielerin, Martina Buckenmaier RIANI

Auf Einladung von Club-Präsidentin und Initiatorin Kristina Tröger begrüßte der Club europäischer Unternehmerinnen die Schauspielerin und Produzentin Natalia Wörner zum traditionellen Sommeressen an der Alster, einem der jährlichen gesellschaftlichen Highlights der Stadt. Im Restaurant Portolino in Hamburg erlebten die CeU-Unternehmerinnen und geladenen Gäste einen persönlichen und inspirierenden Abend über Schauspielerei, Unternehmertum und gesellschaftliche Verantwortung.

Nach einem wunderschönen Aperitif in der Abendsonne berichtete Natalia Wörner im CeU-Talk mit Kristina Tröger offen von ihrem beruflichen und persönlichen Weg. In den Schauspielberuf, so Wörner, wachse man mit den Jahren hinein. Bei der Entscheidung für eine Rolle prüfe sie zunächst die Geschichte, die Beteiligten und die Rahmenbedingungen. Am Ende sei jedoch das Bauchgefühl entscheidend. Um andere überzeugen zu können, müsse sie selbst von einem Thema „angezündet“ sein.

Deutlich sprach sie über die Veränderungen in der Film- und Fernsehbranche. Budgets würden gekürzt, Dreharbeiten beschleunigt und Produktionszeiten verkürzt. Es sei kaum möglich, immer weiter einzusparen, ohne dass die Qualität darunter leide. Gleichzeitig wachse in den gegenwärtigen Krisenzeiten beim Publikum das Bedürfnis nach Eskapismus und leichteren Stoffen.

Wörner selbst übernimmt häufig Rollen, die schwierige gesellschaftliche und politische Themen aufgreifen, etwa Guantánamo, Waterboarding, Gewalt oder Machtmissbrauch. Solche Stoffe nehme sie durchaus mit nach Hause. Um glaubwürdig zu spielen, müsse man sich tief in eine Figur hineinversetzen. Umso wichtiger sei ihr, mit ihren Rollen Themen erzählen zu können, die ihr persönlich am Herzen liegen.

Als Schauspielerin könne sie zudem Einfluss auf Figuren und Erzählungen nehmen, insbesondere wenn die Storyline noch nicht vollständig entwickelt sei. Diese Gestaltungsmöglichkeiten nutze sie gerne. Mit zunehmendem Alter wolle sie weiterhin gefordert werden und nicht, wie sie es pointiert formulierte, „mit einem Porsche in der Fußgängerzone untertourig fahren“.

Auch als Produzentin beteiligt sich Natalia Wörner an der Entwicklung von Stoffen, bislang jedoch noch ohne eigene Produktionsfirma. Hinter der Kamera sei die Filmbranche weiterhin keine Frauenbranche. Umso wichtiger seien weibliche Perspektiven und mehr Gestaltungsmacht für Frauen. Zugleich gebe es für Schauspielerinnen jenseits der 40 noch immer deutlich weniger Rollen.

Sehr persönlich erzählte Wörner von ihrem erwachsenen Sohn, der seit Jahren in einer ihrer Serien mitspielt, die Schauspielerei jedoch nur nebenbei betreibt und andere berufliche Pläne verfolgt. Sie sei darüber durchaus froh, denn gerade die Kinder bekannter Eltern würden in kreativen Berufen besonders kritisch bewertet. Zudem habe der Schauspielberuf viele weniger schöne Seiten, die von außen oft unterschätzt würden.

 

Besonders geprägt wurde Natalia Wörner durch ihre Kindheit in einem außergewöhnlichen Frauenhaushalt. Gemeinsam mit Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Schwester wuchs sie in einem, wie sie rückblickend sagte, echten Matriarchat auf. Dieses angstfreie und selbstbestimmte Zusammenleben habe sie nachhaltig geprägt. Aus ihrer Biografie habe sich auch ihr gesellschaftliches Engagement entwickelt. Natalia Wörner setzt sich seit vielen Jahren für Frauenrechte, gegen häusliche Gewalt und für eine Verschärfung des Strafrechts bei Vergewaltigungen ein. Die Anlässe dafür habe sie nicht gesucht; sie hätten sich aus ihrem Leben ergeben. Sie werde nicht müde, ihre Sichtbarkeit zu nutzen und sich für Frauen starkzumachen.

Differenziert äußerte sie sich auch zur Künstlichen Intelligenz. Für Schauspielerinnen stelle sich unter anderem die Frage, ob die eigene Stimme für KI-Trainings verwendet werden dürfe. Gleichzeitig ermögliche die Technologie, dass sie plötzlich Spanisch oder Chinesisch sprechen könne, während ihre eigene Stimme und ihr Ausdruck erhalten blieben. KI habe daher Vor- und Nachteile und müsse verantwortungsvoll eingesetzt werden.

Zum Abschluss formulierte Natalia Wörner den Wunsch nach „Bündnissen der Vernunft“, nach Wahrhaftigkeit, einem guten Umgang miteinander und Menschen, die zu schätzen wüssten, was wir an einer funktionierenden Demokratie haben. Für sie selbst seien Familie und die Menschen, die man liebt, die wichtigsten Konstanten im Leben.

Eine besondere Überraschung wartete nach einem sommerlichen Dinner zum Ende des Abends: Erneut kamen die berühmten Hamburger Goldkehlchen beim Club europäischer Unternehmerinnen vorbei. Mit drei mitreißenden Stücken und einer Zugabe begeisterten sie die Gäste. So ging der inspirierende Gesprächsabend in eine fröhliche Party über und klang bei Musik und Tanz in ausgelassener Atmosphäre aus. Wieder einmal ein großartiger Abend für die zahlreichen von nah und fern angereisten Unternehmerinnen des Clubs!

 

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