
Alexandra von Rehlingen-Prinz, Prof. Dr. Matthias Prinz und Kristina Tröger (CeU-Präsidentin)
Auf Einladung von Club-Präsidentin und Initiatorin Kristina Tröger begrüßte der Club europäischer Unternehmerinnen den renommierten Medienanwalt, Honorarprofessor und Bestsellerautor Prof. Dr. Matthias Prinz zu einem one-on-one-Gespräch im Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg. Im Mittelpunkt des Abends stand sein Buch „Bis in die letzte Instanz. Eine Lebens- und Rechtsgeschichte“ – und damit ein faszinierender Einblick in ein Leben, das das moderne Presse- und Medienrecht entscheidend geprägt hat.
Im Gespräch mit Kristina Tröger berichtete Prinz von seinem außergewöhnlichen beruflichen Weg. Geprägt durch seinen Vater, der Bild-Chefredakteur und später CEO von Axel Springer war, hatte er zunächst selbst mit dem Journalismus geliebäugelt. Den entscheidenden Rat erhielt er jedoch während eines juristischen Praktikums: Als Journalist werde er immer nur der Sohn seines Vaters sein – als Anwalt könne er seinen eigenen Weg gehen. Diesem Rat folgte Prinz und bereute die Entscheidung nie, auch wenn er dem guten Journalismus bis heute eng verbunden ist.
Sein Einstieg in die Welt prominenter Mandanten erfolgte über Karl Lagerfeld, den er erfolgreich gegen fehlerhafte Berichterstattung vertrat. Lagerfeld empfahl ihn weiter – und so wurde Prinz bald zum Anwalt zahlreicher prominenter Persönlichkeiten aus Mode, Kunst, Adel, Gesellschaft und Wirtschaft, darunter Claudia Schiffer, Helmut Newton, Ferdinand Piech und Caroline von Monaco.
Besonders prägend war sein Verfahren für Caroline von Monaco, das er bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg führte. Dadurch wurde der Schutz der Privatsphäre prominenter Personen grundlegend gestärkt. Entscheidend ist seitdem nicht mehr allein, ob jemand eine sogenannte Person der Zeitgeschichte ist, sondern ob ein berechtigtes Informationsinteresse der Öffentlichkeit an einer Berichterstattung besteht.
Prinz machte zugleich deutlich, dass rechtliche Schritte gut überlegt sein müssen. Nicht jede falsche oder unangenehme Berichterstattung sollte automatisch zu einem Prozess führen, denn jedes Verfahren ist öffentlich und kann eine Geschichte zusätzlich vergrößern. Grundsätzlich sei jedoch schnelles und entschlossenes Handeln notwendig – das könne auch außerhalb von Gerichten erfolgen vom Anruf beim Chefredakteur bis zur einstweiligen Verfügung.
Auch die Rolle von Social Media wurde thematisiert. Prinz warnte, dass Personen des öffentlichen Lebens durch umfangreiche Selbstveröffentlichung ihre Privatsphäre selbst schwächen können: Wer viel Persönliches preisgibt, öffnet auch rechtlich ein Stück weit die Tür.
Mit Blick auf Künstliche Intelligenz zeigte sich Prinz gelassen. Zwar führe KI bereits heute zu überlangen und redundanten Schriftsätzen, doch Kreativität, strategisches Denken und unkonventionelle Argumentation würden auch künftig unverzichtbar bleiben.
Auf die Frage nach seiner Motivation für wegweisende Verfahren antwortete Prinz prägnant: „Ich wusste, was das richtige Ergebnis ist, und dann habe ich das durchgesetzt.“ Ebenso glaube er auch, „dass ich mit meinen Prozessen für die Pressefreiheit mehr getan habe als viele Chefredakteure, weil ich andere ethische Maßstäbe gesetzt habe.“
Das Gespräch zwischen Prof. Dr. Matthias Prinz und Kristina Tröger war ebenso unterhaltsam wie erkenntnisreich. Mit pointierten Anekdoten, juristischer Klarheit und großer Offenheit gewährte Prinz den zahlreichen CeU-Unternehmerinnen, prominenten Wegbegleitern von Matthias Prinz und geladenen Gästen einen eindrucksvollen Einblick in die Mechanismen medialer Öffentlichkeit, die Bedeutung des Persönlichkeitsschutzes und ein Leben zwischen Recht, Medien und Prominenz. Ein wundervoller Abend für den Club europäischer Unternehmerinnen mit einem beeindruckenden Mann, der ein Stück weit die Welt verändert hat.
















